Merkel wirbt für mehr SoldatInnen
Dieses Plakat der linksjugend hängt an der Tür des Berliner Büros der DIE LINKE-Bundestagsabgeordneten Yvonne Ploetz aus dem Saarland.
Und das ist jetzt so schlimm?
23. April 2010 von Taner
Merkel wirbt für mehr SoldatInnen
Dieses Plakat der linksjugend hängt an der Tür des Berliner Büros der DIE LINKE-Bundestagsabgeordneten Yvonne Ploetz aus dem Saarland.
Und das ist jetzt so schlimm?
Die Darstellung von Soldaten als “Schweine” und die schwarzhumorige Bezugnahme auf Sprengstoffanschläge ist vor dem Hintergrund der getöteten deutschen Soldaten in Afghanistan, die dort nunmal auf Mandat des Deutschen Bundestages sind, in der Tat ziemlich geschmacklos. Einen solch schlechten Stil sollte ein Abgeordneter/eine Abgeordnete schlichtweg nicht pflegen.
Aus meiner persönlichen Sicht lässt das auch auf charakterliche Unreife schließen, die gerade bei der Erörterung von sicherheitspolitischen Fragen im Bundestag, wo es immer um Menschenleben geht, unangebracht ist.
Nachgeschoben: Den von Dir verlinkten Kommentar halte ich ebenfalls für geschmacklos. Satire darf zwar mit Tucholsky gesprochen alles, befürworten muss man diese Haltung aber längst nicht.
Wati hat recht es ist sehr GESCHMACKLOS
Nein, das ist REALITÄT. Während des Lesens der Gastautorin Dr. Angela Merkel, immer schön auf den zerfetzten Soldaten schauen, damit auch dem letzten idiotischen Befürworter dieses unsinniges Krieges die Augen geöffnet werden.
Dr. Satori.
Mal abgesehen von der moralischen Fragwürdigkeit, das Bild eines toten Menschen für einen satirischen Beitrag zu nutzen, hier vielleicht mal folgender Denkanstoß, Dr. Satori.
Wenn Du Menschen, die den Einsatz in Afghanistan befürworten, für Idioten hältst, dann frgae ich mich doch, was Du sagen würdest, wenn diese Dir vorhalten würden, Du müsstest immer schön auf das Bild einer Frau schauen, der selbsternannte Gotteskrieger Säure ins Gesicht geschüttet haben, nur weil sie sich geweigert hat, ihr Leben lang vollverschleiert herumzulaufen. Das war nämlich auch Realität in Afghanistan, und in einigen Landesteilen, die nicht unter der Kontrolle internationaler Kräfte stehen, ist es das noch immer. Frag dich mal, ob es sich nicht lohnt, dafür zu kämpfen, dass Menschen, die so etwas tun, nicht ein ganzes Land beherrschen dürfen.
Es gibt viele Menschen in Afghanistan, die den westlichen Militäreinsatz befürworten, gerade unter den Minderheiten oder unter von den Radikalislamisten unterdrückten gesellschaftlichen Gruppen. Und für die wird die Situation sehr viel schlimmer werden, wenn dieser angeblich unsinnige EInsatz endet.
Kopflos stürzte man sich in einen Krieg, der von Kriegstreiber Bush angefangen wurde und von Kriegstreiber Barack Obama weitergeführt wird.
Frieden ist nur mit KONSEQUENTEM Pazifismus erreichbar.
Wann griff Afghanistan eigentlich Deutschland an? Sollten wir nicht besser die Schweiz angreifen, da dieses Land für viele Deutsche keine Steuerhinterziehungssicherheit mehr bietet? Oder vielleicht Österreich? Jaja, die Bundeswehr agiert ja in Afghanistan angeblich nur als eine Art “technisches Hilfswerk” und will der Zivilbevölkerung helfen. Wo gehobelt wird, fallen eben Späne – manchmal Späne in Form von zivilen Opfern.
Die Bundesregierung sagt, sie wolle die Bevölkerung schützen. ISAF-Kommandeur Stanley McChrystal fordert, zivile Opfer zu vermeiden. Aber der Aufstand gegen die Regierung Karzai und die ausländischen Truppen hat eine breite Unterstützung in der afghanischen Bevölkerung. Die Aufständischen, die Sie bekämpfen, sind Teil der Bevölkerung. Die Aufständischen sind auch Zivilisten. Ein Zivilist erscheint den Soldaten als potenzieller Aufständischer. Das heißt schlicht und ergreifend, militärische Aufstandsbekämpfung und Schutz der Bevölkerung sind unvereinbar.
Und nochwas: Satire heißt nicht, dass man darüber lachen soll/muss.
Konsequenter Pazifismus schützt niemanden vor den Menschen, die keine Pazifisten sein wollen.
Das heißt nicht, dass Krieg nicht grausam ist und immer sein wird. Das heißt nichtmal, dass er ein verlässliches Mittel ist – das wird er nie sein. Unter Umständen ist er aber das einzige Mittel gegen die Herrschaft der Gewalttätigen über die Wehrlosen.
Das ist auch REALITÄT.
Ja, das ist richtig. Aber Krieg mit Krieg zu begegnen, haben wir jetzt bereits einige tausend Jahre ausprobiert – konsequenten Pazifismus nicht.
Und noch etwas: Veränderungen müssen von innen heraus kommen – nicht von außen!
In unserem modernen Zeitalter gibt es doch ganz andere Mittel sich zu wehren, als mit Panzern und Fußvolk in ein fremdes Land einzuziehen, welches Deutschland direkt nichts angetan hat. Wirtschaftsboykott, Abschottung, keine Waffenlieferungen, etc… das sind heutzutage wesentlich effektivere Waffen.
Beispielsweise die Feminismusbewegung mit Alice Schwarzer. So etwas würde Afghanistan benötigen. Was hätten die Deutschen in den 70er Jahren gesagt, wenn ein fremdes Land in militärischer Form die BRD angegriffen hätte, weil Frauen hierzulande nicht die gleichen Rechte hatten wie Männer? Ich wiederhole mich: Veränderungen müssen von innen heraus kommen, nicht von außen.
Das wollte ich nur noch bezüglich des “Kopftucharguments” sagen.
Sorry, Dr. Satori, aber der Vergleich der Zivilgesellschaft der BRD, die trotz ihrer Defizite grundsätzlich den Maßstäben von Rechtsstaat und Menschenrechten folgte und folgt, mit dem Terrorregime im Taliban-kontrollierten Afghanistan zu vergleichen und die gleichen Entwicklungsmöglichkeiten zu konstatieren zeigt doch, dass Du da sehr weit von der Realität entfernt bist.
Alice Schwarzer musste jedenfalls nicht fürchten, nachts von einem fanatisierten Mob von Milizionären aus dem Bett gerissen, verstümmelt, gesteinigt oder erschossen zu werden – mit voller Billigung ‘staatlicher Autoritäten’, so man bei Mullah Omars Talibanregime von so etwas wie ‘Staat’ überhaupt sprechen will.
In Afghanistan ist das Realität. Und es wird solange Realität bleiben, wie niemand dieses Mörderpack von seinem Tun abhält. Und das geht leider nur auf die Weise, die diese Leute verstehen, nämlich mit Gegengewalt.
Die von Dir geschilderten Maßnahmen laufen doch gerade im Fall Afghanistan ins Leere. Die Milizen kaufen keine moderne deutsche Wehrtechnik – ihre Kalashnikows gibt es als Altlasten noch für dreißig Dollar an jeder Straßenecke in Kabul. Sie haben keine nennenswerten Wirtschaftsbeziehungen, die man kappen könnte, wenn man vom Drogenhandel absieht. Sie scheren sich einen feuchten Kehricht darum, wenn man ihnen anderswo keine roten Teppiche ausrollt – weil es ihnen völlig genügt, diese paar Dörfer und staubigen Straßen mit aller Gewalt zu beherrschen.
Vor Afghanistans archaischen Gewaltstrukturen versagt jedes friedliche Mittel der Diplomatie. Und das bedeutet, das jede Entwicklung dort nunmal militärisch abgesichert werden muss, um zumindest etwas mehr Sicherheit für die Menschen vor Ort, aber auch für die Helfer zu schaffen.
Ich bleibe dabei: Veränderungen können nur von innen heraus geschehen.
Freilich ist es stark karikiert, die Alice-Schwarzer-Bewegung in der BRD mit der Situation in Afghanistan zu vergleichen. Aber das ist nunmal mein Job.
Eine andere Frage: Würdest Du nach Afghanistan gehen und dort kämpfen, mit dem Bewusstsein, eventuell nur noch zerstückelt, zerfetzt und in einer Militärmaschine nach Deutschland zurückzukommen?
Hätte ich mich länger verpflichtet, dann wäre ein Auslandseinsatz ziemlich wahrscheinlich gewesen. Ich glaube nicht, dass Soldaten, die nach Afghanistan gehen, sich bereits sicher für tot halten und gewissermaßen mit dem Leben abgeschlossen haben. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass sie das Risiko, dort zu sterben, schon vor Augen haben. Es gehört nunmal leider zum Risiko des Berufs.
Die meisten der jungen Männer und Frauen, die dort hingeschickt werden, sind nach meiner Einschätzung von dem Einsatz und seinem Sinn überzeugt – und auch davon, dass sie die politische Rückendeckung des Parlaments haben, dessen Abgeordnete die Verantwortung für ihren Einsatz und generell für die Bundeswehr als Parlamentsarmee tragen. Vor diesem Hintergrund finde ich es, um auf Taners Ausgangsbeitrag zurückzukommen, skandalös, wenn tote Soldaten nun – von einer Abgeordneten eben dieses Parlaments billigend in Kauf genommen verhöhnt – werden. Auch wenn, wie mir natürlich ebenfalls bewusst ist, diese Abgeordnete selbst gegen den Einsatz gestimmt haben wird, stehen Parlamentsangehörige gegenüber ‘ihren’ und ‘unseren’ Soldaten in einer gewissen Verantwortung.
Um deine Frage abschließend zu beantworten: Wäre ich noch Soldat und würde nach Afghanistan beordert werden, dann würde ich auch gehen.
Dann antwortet ich mal auch im Konjuktiv:
Wärest Du nach Afghanistan gegangen, hätte ich Dir einen angenehmen Aufenthalt gewünscht. Wegen mir hättest Du dies aber nicht tun müssen…
Abschließend noch ein Bericht der “Caritas International” bezüglich der Situation in Afghanistan:
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Quer durch die afghanische Bevölkerung herrschen Frustration und Ressentiments gegenüber den Entwicklungsstrategien«, denn diese orientierten »sich in erster Linie an der politischen Agenda der Geberländer«. Neuere Untersuchungen bestätigen, dass die Verteilung angeblicher Hilfsgelder »nicht an den tatsächlichen Hilfs-Bedarf gekoppelt ist, sondern sich vielmehr an der Aufstandsbekämpfung orientiert«. Der Schwerpunkt liege »auf schnellen und sichtbaren Projektzielen«, um rasch Sympathien zu gewinnen; langfristige Programme kämen viel zu kurz. In der Bevölkerung habe sich inzwischen »die Wahrnehmung« verbreitet, »dass an der nachhaltigen Entwicklung des Landes kein Interesse besteht«.
Zudem reduziert die sogenannte gebundene Hilfe die entwicklungspolitischen Erfolge weiter. Wie die Caritas schreibt, ist rund die Hälfte der gesamten Entwicklungszahlungen an Afghanistan an Bedingungen gebunden, nach denen »importierte Arbeitskräfte und Güter genutzt werden müssen – zumeist des jeweiligen Geber-Landes«. Ein beträchtlicher Teil der angeblichen Entwicklungshilfe fließt somit also zurück in die wohlhabenden Länder des Westens.
Die Studie »Afghanistan Inc.« der Afghanin Fariba Nawa, beschreibt den neoliberal ausgerichteten »Wiederaufbau« ihres Landes folglich anders als die westlichen Medien, die manipulativ lediglich einzelne Projekte herauspicken: »Die Afghanen verlieren das Vertrauen in die Entwicklungsexperten, deren Aufgabe der Wiederaufbau des Landes ist. [...] Was die Menschen sehen, sind eine Hand voll ausländischer Firmen, die Prioritäten für den Wiederaufbau setzen, die sie reich machen, sich aber teilweise auf absurde Weise gegenüber dem, was notwendig ist, als kontraproduktiv erweisen.« Weiter: »Es liegt der Verdacht nahe, dass es hier nicht um state-building im Interesse der afghanischen Bevölkerung geht, sondern eher um institution-building zur Absicherung der Interessen ausländischer Investoren.« Weil die Investitionen nicht der Bevölkerung zugute kommen, sondern zur weiteren Ausplünderung des Landes dienen, befi ndet sich die Bevölkerung in einer dramatischen Lebenssituation: Über 70 Prozent der Menschen in Afghanistan, insbesondere im Süden sind chronisch unterernährt, ein Viertel hat keinen Zugang zu Trinkwasser, nur zehn Prozent verfügen über elektrischen Strom. Afghanistan wird heute als das viertärmste Land der Welt im UN-Armutsindex geführt.
MEHR FRAUENRECHTE DURCH KRIEG?
Die Verbesserung der Situation der Frauen war und ist eine der gern vorgebrachten Rechtfertigungen für den Krieg. Frauen dürfen mittlerweile zumindest offiziell einer Arbeit nachgehen und es gibt einzelne kleine Verbesserungen. Für die Mehrheit der Frauen haben Krieg und Besatzung jedoch keine Fortschritte gebracht, für viele sogar massive Verschlechterungen.
Frauen sind von der gestiegenen Armut in besonderem Maße betroffen, da sie nach wie vor zum Beispiel im Falle des Todes ihres Mannes, kaum mehr Perspektiven als Betteln oder ihre Prostitution haben. Umfragen zufolge haben etwa 65 Prozent der 50 000 Witwen in Kabul daher Selbstmordgedanken. Schätzungen gehen davon aus, dass 20 bis 30 Prozent der afghanischen Frauen, aufgrund von Depressionen durch ihre Situation, regelmäßig Opium konsumieren und abhängig sind. Nach wie vor werden Frauen weiterhin auf unterschiedliche Weise diskriminiert. Unterwerfung unter den Mann, Verschleierungspflicht, kaum Möglichkeiten auf Bildung und eigenständiges Einkommen, sind auch heute der Alltag für die meisten.
Auch sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen sind nicht nur in den staatlichen Gefängnissen eine ständige Bedrohung. All dies ist nicht verwunderlich: Die Regierung Karzais und die weiteren Verbündeten der Besatzungsmächte sind in der Mehrheit ebenfalls fundamentalistisch und frauenfeindlich wie die Taliban – eine Tatsache die gerne verschwiegen wird.
Daher lehnen Frauenorganisationen wie die RAWA (Revolutionary Association of the Woman of Afghanistan)*, die schon zu Zeiten der Talibanherrschaft aktiv waren, die Besatzung ab und weisen die Rechtfertigung des Krieges durch die angeblich verbesserte Situation von Frauen entschieden zurück.
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Kurzum: Wir haben dort nichts verloren und sind beim Großteil der Bevölkerung auch nicht erwünscht. Wieso wird das eigentlich nicht respektiert???????
Es ist unbestreitbar, dass beim Afghanistaneinsatz vieles falsch läuft. Die von Dir im Rahmen des Berichts geposteten Schlussfolgerungen lehne ich aber überwiegend ab.
1) “Umfragen” aus Afghanistan würde ich mit äusserster Vorsicht betrachten. So wie dort eine erhebliche Heterogenität der Regionen und Stämme herrscht, die bereits eine Repräsentativität von Umfragen in Frage stellen dürfte, so würde ich auch den wisenschaftlichen Charakter der durchgeführten Umfragen in Anbetracht der angespannten SIcherheitslage erstmal in Frage stellen. Über eine Verankerung der Aufständischen in der Bevölkerung ist aufgrund von ‘Meinungsforschung’ in meinen Augen keine Aussage zu treffen – Aussagen pro und contra können im gewaltttätigen Umfeld Afghanistan auch erzwungen werden.
2) Zum Abschnitt bezüglich der Situation von Kriegswitwen bleibt wohl festzustellen, dass diese Problematik während des Bürgerkrieges vor 2001 bereits ebenfalls herrschte. Mit dem Unterschied, dass es damals erst gar keine Bildungsprogramme für Frauen gab, die einen Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit auch nur irgendwie ermöglicht hätten.
Dass Afghanistan auch bei den Leuten auf ‘unserer’ Seite massiven Nachholbedarf in der Akzeptanz von Menschen- und Frauenrechten hat sehe ich genauso. Nur können wir die Leute auf ‘unserer’ Seite dahingehend beeinflussen, das zu akzeptieren. Bei den islamistischen Milizen können wir das nicht.
3) Man könnte mitunter den EIndruck gewinnen, die Zahlen sollten dazu dienen, Afghanistan als einstmal blühendes Land darzustellen, das erst durch die intervention der Amerikaner 2001 völlig heruntergewirtschaft und zerstört wurde. Das ist so nicht der Fall. Es haben eine Vielzahl westlicher und östlicher Großmächte im Verbund mit lokalen Fanatikern Schuld am Niedergang des Landes. Nur ist die heutige Situation eben schon durch das Steinzeitregime der Taliban, die das Land endgültig ausgeplündert und (vom internationalen Terrorismus abgesehen) isoliert haben. Die katastrophale Versorgungssituation ist immer noch Nachwehe ihrer Herrschaft, ebenso wie das Fehlen jeglicher tragfähigen staatlichen Strukturen.
Wenn man dieser Argumentation folgen würde, sollten bei der Gelegenheit auch noch weite Teile in Schwarzafrika, in Ostasien (China wäre dringend notwendig) und Südamerika besetzt und “befriedet” werden…
Auf in den Krieg, um Frieden zu bringen!
[...] des Tages: Beim Bund ist alles doof… [via] [...]
Taner, mach weiter so.
Hier zeichnet sich sehr schön der Kontrast zwischem wachen Verstand und pavlovschen Parteihunden ab.
1. Lustiger Schwenk am Rande, eigentlich sind auf dem Bild keine Schweine abgebildet sondern Scharfe. Leider konnte dies aufgrund von Urheberrechten nicht gemacht werden…
2. Wann finden “ehrenhafte Trauerfeiern” mit Bundeskanzlerin und Co mal für die 100 mal mehr gestorbenen Zivilisten statt?
3. Ich finde es übrigens überhaupt nicht gut das Soldaten sterben, sehr oft werden sie einfach verheizt, voll gestopft mit seltsamen Ideen. Meist wird die Soziale Unsicherheit sogar bewusst ausgenutzt zum Rekruierte, egal ob die BW nun im Arbeitsamt wirbt oder in Schulen geht.
Da hilft es nur NEIN zu sagen, und BW wieder rauszuwerfen. SoldatIn zu sein ist nunmal kein normaler Job!
4. Wichtig wäre neben den Umfragen in Afghanistan, auch mal Umfragen in Deutschland zu betrachten und da gab es nie eine Mehrheit für den Krieg.
Also wird aus Deutschland Krieg geführt, obwohl den hier die Mehrheit nicht will, gegen ein Land, in dem die Mehrheit auch keinen Krieg will… und alles für Demokratie und Freiheit?
5. Selbst die letzten Militaristen müssten doch heute eingestehen, das der Krieg nicht zu mehr Sicherheit geführt hat weder in Afghanistan noch in Deutschland.
Daher muss der schnellst mögliche Abzug der Militärtruppen gefordert werden bei gleichzeitiger Aufstockung der Zivilen Aufbauhilfe.
Ich erinnere nur kurz daran(2009 Haushalt BRD):
31.2 Milliarden für Militär
5.8 Milliarden für Aufbauhilfe…
Irgendwas läuft hier schief…
6. Wieso wird nicht endlich von einem Krieg gesprochen?
Wieso gibt es nicht endlich ein klares Urteil dazu das das GG eindeutig Angriffskriege verbietet…?
“Art. 26 Abs. 1 GG: Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.”
Paul
Wenn denn die Lage so schön wäre, dass sich in Afghanistan niemand mehr beschießt, sobald die bösen Besatzungstruppen weg sind, dann wär ja alles ok…
Ist nur leider nicht so. Vielleicht erinnert sich aber auch niemand mehr daran, dass es dort schon vor 2001 einen fortdauernden Bürgerkrieg gab. Und dass dort auch ausländische Helfer, die unbewaffnet und friedlich waren und sind, umgebracht wurden und werden.
Man kann viel zivilen WIederaufbau fordern – wenn es niemanden gibt, der für den Schutz der Aufbauhelfer sorgt, dann wird der nicht stattfinden können. Und das ist eine Dimension dieses Einsatzes, die nunmal auch irgendwo hinter Sprengfallen, Attentaten, Bombardements und zivilen wie militärischen Opfern verborgen liegt.
Dann fragen wir doch einfach die AufbauhelferInnen sprechen:
” Eines der größten Probleme für die NRO-Arbeit in Afghanistan resultiert aus dem Konzept der zivil-militärischen Zusammenarbeit (Civil-Military Cooperation). Mit der Einführung der gemischten zivil-militärischen “Provincial Reconstruction Teams” (PRTs) in Kundus und Faisabad Ende 2003 wollte Deutschland dazu beitragen, den Wiederaufbau, den Demokratisierungsprozess und die Autorität der Kabuler Zentralregierung zu sichern. Den PRTs ist das aber offensichtlich nicht gelungen.
Dass das PRT-Konzept die Mandate von zivilen und militärischen Akteuren vermischt, ist besonders problematisch. So nimmt die Bundeswehr aus strategischen Gründen auch Aufgaben im Bereich des Wiederaufbaus und der Nahrungsmittelhilfe wahr, um die “Herzen und Köpfe” der Menschen in Afghanistan zu gewinnen. Dadurch gefährdet sie aber die Unabhängigkeit der humanitären Hilfe, die sich eben nicht nach politischen oder militärischen Erwägungen richten darf. Diese Vermischung unterschiedlicher Aufgaben führt zu wachsenden Sicherheitsrisiken für die NRO. ”
Diesmal keine Linksradikalen sondern die Caritas:
http://www.caritas-international.de/55624.html
Sebastian deine Position ist nicht haltbar, auch wenn du die besten Motive verfolgst.
Mehr Soldaten führen nicht zu mehr Frieden ganz im Gegenteil, und vor allem die Verzahnung von Aufbau und Militär ist schlicht der Bevölkerung nicht vermittelbar.
Daher muss eine klare Exit Strategie gefahren werden.
Zumal meine Frage immer noch im Raum steht, wieso geben wir 31 Milliarden für Militär aus und nur 5,8 Milliarden für Aufbau Hilfe, wenn es eigentlich ja um Aufbauhilfe geht?
Oder werden vor Ort andere Interessen verfolgt?
Paul
Ach Paul…
Ganz klar ausgedrückt: Entwicklungshelfer werden von den Milizen als genauso gefärhlich wahgrgenommen wie westliche Soldaten. Nur dass westliche Soldaten zurückschießen können, Entwicklungshelfer nicht. Es hat schon seine Gründe, dass renommierte Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe oder Ärzte ohne Grenzen nach Anschlägen der Taliban auf ihre Mitarbeiter ihre Arbeit einstellen – und die Welthungerhilfe hat zum Beispiel schon bewusst keine Kooperation mit den internationalen Truppen gesucht.
Den Milizen ist es egal, ob Menschen nach Afghanistan kommen, um zu helfen. Sie wollen ihre Herrschaft über das Land wieder erringen. Und das wird bei einem Abzug der Stabilisierungstruppen zu einem Blutbad führen.
Zum Geld: Klar wünscht man sich mehr Geld für den zivilen Wiederaufbau. Seh ich auch so. Nur hat das nichts mit den Militärausgaben zu utn – der Einsatz vor Ort kostet nunmal massiv Geld und ist günstiger nicht zu haben, sondern eher noch unterfinanziert.
1. Du baust hier ein Szenario auf für das leider die Beweise fehlen. Oben kannst du das Zitat der Caritas lesen, die Hilfsorganisationen beklagen die Verzahnung.
Du hast natürlich Recht das die Taliban zumindest in teilen auch die AufbauhelferInnen als Gefahr sehen.
Das Militär wird aber von fast der gesamten Bevölkerung als Besatzer und Feinde angesehen.
Auch in Afghanistan gibt es eine Mehrheit von Menschen die klar Angriffe der Taliban auf Friedliche Aufbauhelfer oder deren Entführung verurteilen, aber die Zustimmung zu Angriffen auf Militär Konvois(egal ob da gerade Aufbau Helfer dabei sind oder nicht) dürfte bei sicherlich mehr als 80% liegen.
2. Doch die Kosten für das Militär hängen klar mit der Aufbauhilfe zusammen, denn es zeigt welche Prioritäten gesetzt werden.
So kann ein Kriegsminister mir immer wieder versuchen zu erzählen wie “human” sein Einsatz ist, und ich glaube es ihm nicht wenn die objektiven Fakten dagegen sprechen.
3. Ich weiß nicht welches Land du meinst, aber in Afghanistan herrscht Krieg es gibt dort jeden Tag ein Blutbad!!!
Das Militär wird diesen Krieg verlieren, und das dürfte eigentlich jedem klar sein, auch wenn es nicht offen geäußert wird.
Wir können natürlich auf stur schalten, das bedeutet aber das die Zivilen Opfer auf Afghanischer Seite und BundeswehrsoldatInnen auf der anderen Seite immer weiter wachsen werden.
4. Ich fange erst gar nicht von dem Luftangriff in Kundus an, oder von der Militär Strategie die dahinter steckt die bewusst Zivile Opfer in Kauf nimmt…
Krieg ist nunmal ein schmutziges Geschäft, und einer Demokratie nicht würdig.
Paul
Ja natürlich, alles von mir konstruiert…
Schulen und Lehrer:
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_104206.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,517657,00.html
http://www.rp-online.de/public/kompakt/politik/169709/Lehrer-in-Afghanistan-enthauptet.html
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/448849/index.do
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_aid_109502.html
Zivilisten:
http://www.rp-online.de/politik/ausland/Taliban-enthaupten-indischen-Ingenieur_aid_329748.html
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,618901,00.html
Ausländische und einheimische Helfer:
http://www.rp-online.de/public/kompakt/politik/90283/Sieben-Mitarbeiter-einer-Hilfsorganisation-in-Afghanistan-erschossen.html
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/taliban-erschiessen-suedafrikanerin-in-kabul/1352556.html
http://www.tagesschau.de/ausland/meldung9064.html
http://www.focus.de/politik/ausland/hinterhalt_aid_83124.html
Den Milizen ist schlichtweg egal, ob jemand ihr Verhalten ‘verurteilt’. Es gibt keine Wahlen oder andere Formen der öffentlichen Legitimation ihres Verhaltens, auf die sie angewiesen wären. Deshalb kann man nicht darauf setzen, dass sie irgendwann an Zustimmung verlieren und das Problem sich von selbst löst.
Bitte schreib doch hier nicht wahllos links hin.
1. Du hast genau nur Material gepostet was aufzeigt das nach dem Krieg auch Zivile Gruppen opfer waren.
2. Das sind Einzel Beispiele, keine Bewertungen z.b. der Hilfsorganisationen.
3. Du hast absolut Recht, die Probleme lösen sich nicht von selbst, können aber eben auch nicht mit der Armee gelöst werden.
“Die Entwicklung scheint paradox: Je mehr Soldaten nach Afghanistan geschickt wurden, umso schlechter wurde die Sicherheitslage. Mitte 2008 waren 65 000 ausländische Soldaten in Afghanistan – vier mal mehr als 2004. Dennoch ist die Zahl der Attentate und Selbstmordanschläge dramatisch gestiegen (Hippler 2008). ACBAR, die Dachorganisation der in Afghanistan tätigen Hilfsorganisationen, schätzt, dass allein in den ersten sieben Monaten des Jahres 2008 1000 Zivilisten in Folge von Kampfhandlungen starben.”
1000 Zivilisten starben nur in den Kampfhandlungen, jeder hat Familie und die haben einen Hass auf die Eindringlingen….
Die Ursachen für den Terrorismus müssen bekämpft werden und das ist der Kapitalismus, die Ungerechtigkeit und die Armut. Wenn dort eingeschritten würde wäre das eine viel bessere Antwort auf den Terrorismus.
1. Die kosten für ein Jahr Irak Krieg könnten genutzt werden um Weltweit jedem Menschen mit Nahrung Wasser und grundlegenden Medikamenten zu versorgen.
2. Wenn der Westen sich nicht an die eigenen Gesetzte und Bestimmungen hält, verliert er die Legitimation diese von anderen zu fordern. Da ist das beste Beispiel der Nahe Osten und der Konflikt Israel Palestina, dies ist eine Ursache des Internationalen Terrorismus, da diese ein Gründungsmythos ist.
Meine Forderung lautet einfach, wir müssen uns an die Gesetzte halten!
3. Der Kapitalismus als Wurzel der diese Menschen in Bitterer Armut lässt, nun mit der Ausbeutung Afghanistans durch Ausländische Firmen weiter macht etc…
Paul
Wenn Du mir vorwirfst, Paul, ich würde eine Situation ‘konstruieren’, dann wirst Du mir wohl erlauben, sie mit Beispielen zu unterfüttern. Das habe ich im vorigen Beitrag getan. Dass es sich eben nicht um ‘Einzelfälle’ handelt, sondern um eine fortgesetzte Terrorstrategie der Milizen gegen jede Art von Opposition zu ihrer nackten Gewaltherrschaft, dürfte dem unvoreingenommenen Betrachter hinreichend deutlch geworden sein.
Wenn Dich Stellungnahmen von Hilfsorganisationen interessieren, so seist Du hiermit auf ein Statement der Welthungerhilfe hingewiesen, die sich ausdrücklich gegen die Vermengung von zivilen und militärischen Hilfsstrukturen wendet, die gleichzeitig dem Militäreinsatz als Sicherungs- und Stabilisierungseinsatz seine Berechtigung zuspricht:
http://www.welthungerhilfe-blog.de/2009/08/20/eigenverantwortung-und-vertrauen-aufbauen-innerhalb-der-afghanischen-bevoelkerung-damit-afghanistan-eine-zukunft-hat/#more-
Das Poster an sich ist einfach nur eine humoristische Glanzleistung. Es ist eine Adaption zum Sheepworld Poster
“Ohne Dich ist alles doof” und das zeigt im Grunde nur auf das sich jemand alleine fühlt. Genau wie man die Soldaten in Afghanistan mit Ihrer Verantwortung und Ihren Problemen alleine läßt.